Heute hab ich meinen Bauchbewohner das erste Mal wirklich treten gespürt. Wir saßen gerade im Auto am Billaparkplatz und frühstückten. Ich sinnierte gerade darüber wie es wäre wenn Österreich bei der EM Deutschland heimschicken würde und bumms hehe, kickte mich unser Zwergi.
Morgen ist Florians erster Geburtstag, ich bin schon total aufgeregt! Wenn ich mir vorstelle, heute vor einem Jahr saß ich hier noch mit dickem Bauchi. Ich hatte einen anstrengenden Tag mit wehentreibenden Dingen hinter mir (Wehencocktail, Spazieren gehen, Baden, Spazieren gehen, Heublumensitzdampfbad, etc.). Wir sahen fern und ich war sooo müde, trotzdem gingen wir erst so spät schlafen.
Gegen 23.30 lagen wir dann im Bett und überlegten ob wir noch herzerln sollen, da das ja auch wehenfördernd ist. Wir entschieden uns dagegen und in dem Moment wo ich mich zum Schlafen bereitlegen wollte. Klopf, Klopf, Klopf, RAAAAAAATSCH, sprang die Fruchtblase. Bär holte mir so schnell Handtücher aus dem Kasten, das nicht ein Tropfen Fruchtwasser auf unser Bett kam. Er rief die Rettung und ich rief im KH an um zu fragen, ob ich noch aufs WC darf, da mir der Wehencocktail noch einmal seine Wirkung zeigte, hehe.
Kurz vor Zwölf kamen dann die ersten Wehen und kurz dannach die Rettung. Sie werkelten so lange herum um mich aus unserem Haus zu bugsieren, hihi. Und schon ging es ab mit der aufregenden Fahrt ins Krankenhaus. Ich kann mich an die Sanitäter nicht mehr wirklich erinnern. Aber es ist mir deutlich in Erinnerung geblieben wie interessiert und wie lieb die beiden waren.
Als sie mich in den Kreissaal schoben, sah ich das “mein” Dr. Kahles Dienst hatte. Der einzige Arzt im ganzen SMZ-Ost dem ich wirklich vertraue. Ich wurde ins Untersuchungszimmer gebracht und untersucht. Dann wurde ich ans CTG gehängt. Ich weiß nicht mehr wie lange ich dort war. Die Hebamme verpasste mir noch einen Einlauf den ich genau 10 Sekunden halten konnte. Sie fand das weniger witzig, ich schon und auch nciht weiter verwunderlich, hatte ich ja noch mit der Wirkung des Wehencocktails zu schaffen. Danach durfte ich nochmal richtig lang duschen gehen und verbrachte dort einige Wehen, bis mich die Hebamme ungeduldig holte.
Ich schlüpfte in mein tolles Krankenhausnachthemd und siedelte um in meinen Kreissaal. Ich bekam sogar die Nummer drei (da steht das bequemste Bett ;-)) Dort wurde ich wieder ans CTG angeschlossen und kam an den Wehentropf. Von da an durfte ich bis zur Geburt nicht mehr aufstehen, was verheerende Auswirkungen hatte, wie ich ein Monat später feststellen musste.
Bär hatte die super Idee eine Flasche mit Sportverschluss mit Wasser zu füllen und ich trank Unmengen von Wasser während der Entbindung. Eine Freundin hatte mir erzählt, dass eine Entbindung nach einem Blasensprung (also trocken) schwieriger sei, da es ja nicht flutscht. Fruchtwasser wird aber nachgebildet und es kann die Entbindung erleichtern, wenn man brav trinkt. Der Nebeneffekt war, dass ich drei mal einen Blasenkatheter brauchte um zu pullern, hihi.
Das schlimmste an der Geburt war die Übergangsphase, die Hebamme erklärte mir wie ich atmen soll um die Wehen gut veratmen zu können und wenn ich mich veratmete und das kam häufig vor, krampfte ich den Rest der Wehe. Ich war so unglaublich froh als ich ein bischen mitschieben durfte, es war sooo befreiend.
Ich spürte wie alles spannte und gedehnt wurde, als der Kopf durchtrat und wie Florians kleiner Körper hinterherflutschte. Er gurgelte und kurz darauf wollte mir die Hebamme unseren Sohn auf meinen Bauch legen. DOING spürte ich wie es an der Nabelschnur zog und die Hebamme sagte mir, das die Nabelschnur kurz ist und sie ihn mir auf den Bauch legt. Dann hörte ich Bär wie er mit der Schere neben mir stand. Er machte Geräusche wie mit einer Heckenschere, haha und dann wurde die Nabelschnur durchschnitten und ich bekam unser Baby auf die Brust gelegt.
Ach ist das schön, es überstanden zu haben.
Und nun ist es schon fast ein Jahr her, Florian ist ein selbstsicherer, kleiner Entdecker geworden und macht uns sehr glücklich, aber auch schlaflos hehe. Das Jahr war aufregend, voller Prämieren und Erfolgserlebnissen, aber auch voller Unsicherheiten und Schlafmangel.
Trotzdem, ich war in meinem ganzen Leben nie glücklicher und ausgefüllter, es ist einfach wunderschön Kinder zu haben und nun trage ich schon unser Zweites unter dem Herzen und habe es heute das erste Mal wirklich treten gespürt. Bald sind wir eine vierköpfige Familie und ich bin schon neugierig, wo uns unser Weg noch hinführen wird.